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Montag, 19. November 2018
St. Jakob in Defereggen
-6/-2

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Geschichte

Geschichtlicher Überblick

 

Die Anfänge
Über die Frühzeit der Geschichte der vordersten Gemeinde des Defereggentales ist nichts bekannt. Die Tatsache, dass man vor einigen Jahren in St. Veit römerzeitliche Funde machte, lassen jedoch vermuten, dass auch das Gebiet des heutigen Hopfgarten zu jener Zeit nicht menschenleer war – Zufallsfunde könnten unser Wissen jederzeit erweitern. Der Name Rudnig („Erzberg“, zwischen Defereggen und Iseltal) deutet darauf hin, dass die frühmittelalterliche slawische Bevölkerung des Tales (7./8. Jahrhundert n. Chr.) zumindest Kenntnis von der Erzhältigkeit der Deferegger Berge hatte. 

Der Name Hopfgarten
Verschiedene Theorien wurden über die Herkunft des Namens Hopfgarten aufgestellt. Am wahrscheinlichsten ist, dass er auf einen ehemaligen Hopfenanbau zurückgeht, wie er in Osttirol auch andernorts für das Mittelalter nachzuweisen ist. Im Jahre 1448 wird „Hopfgarten“ erstmals in einem Salzburger Urbar (Güterverzeichnis) erwähnt. 

Von Bauern, Knappen und Protestanten
Die ersten urkundlichen Erwähnungen (12. Jh.) betreffen – ähnlich wie in St. Veit – einzelne Bauernhöfe, die damals zum Kloster Neustift bei Brixen gehörten. Es handelt es dabei sich um Güter in der Rotte Hof, die somit zu den ältesten Siedlungsplätzen der heutigen Gemeinde gehört. Aus dem Görzer Urbar des Jahres 1299 wissen wir, dass die Hofer Weizen, Schafe und Ziegen an die Obrigkeit abzuliefern hatten. 
Sowohl in kirchlicher als auch in „weltlicher“ (politischer) Hinsicht gehörte Hopfgarten vom Anfang des 13. Jahrhunderts bis 1803 zum Erzbistum Salzburg (vgl. die Geschichte von St. Veit i. Def.). Die Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft, ehe im 15. und 16. Jahrhundert das Bergbaufieber hier Einzug hielt. Belehnungen wurden hauptsächlich auf Kupfer vergeben. Nur mehr geringe Reste der einstigen Schürftätigkeit haben sich in Hopfgarten erhalten, so etwa ein Stollen im Hofergraben und im Grünalmtal (das dortige Bergwerk, 1442 erwähnt, ist das älteste urkundlich bekannte im Raum hinteres Iseltal). Das Bergwerk im Hofergraben ist durch einen Wanderweg erschlossen; der Zutritt in den Stollen aus Sicherheitsgründen allerdings derzeit nicht möglich.
Aus der Knappenzeit stammt auch eines wenigen noch erhaltenen historischen Bauernhäuser in Hopfgarten: Es ist das Fiegerhaus in Rajach (inschriftlich datiert 1589).
Ende des 17. Jahrhunderts mussten über 200 Hopfgarter aufgrund ihres protestantischen Glaubens das Land verlassen. Vielleicht war dies mit ein Grund für das Kirchenbauprojekt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Die Bevölkerung sollte endlich seelsorglich gut betreut werden. 

Von Kriegen und Katastrophen
Im Kriegsjahr 1809 erlebt Hopfgarten für kurze Zeit die Besatzung durch über 1000 (!) französische Soldaten, die gekommen waren, um verbotene Waffen einzusammeln. Am 30. Dezember wurde der Widerstandskämpfer Josef Daxer erschossen. An ihn erinnert nicht nur das Franzosendenkmal von 1909 bei Zotten (Gem. St. Veit), wo Daxer gewohnt hatte, sondern auch ein 1984 in Hopfgarten am einstigen Hinrichtungsort errichtetes Denkmal.
Bedingt durch die Lage an einer sehr schmalen Stelle des Defereggentales war Hopfgarten bis in die jüngere Vergangenheit massiv von Lawinen und Muren bedroht. Als am 5. Februar 1843 zwei Lawinen über Hopfgarten niedergingen, kamen dabei sechs Personen ums Leben.
1881 zerstörte eine riesige Lawine die Kirchenfenster, und der Schnee lag „bis über die Höhe der Kirchenstühle“, wie der St. Veiter Chronist Mathias Hofmann schreibt.
Auch von kleineren und größeren Muren (mundartlich „Gisse“) berichtet die Chronik immer wieder. Am schlimmsten wütete die Hochwasserkatastrophe von 1965, was sich am besten aus den Worten des damaligen Leiters des Baubezirksamtes, Ing. A. Thenius, ablesen lässt: „Man weiß nicht mehr, in welcher Gegend man ist, sie hat keine Ähnlichkeit mit dem früheren Tale.“ Erfreulicherweise gab es aber keine Todesopfer in Hopfgarten zu beklagen.
Auch Brände hat es in Hopfgarten immer wieder gegeben. Zu den schlimmsten gehörte der Dorfbrand am 5. und 6. November 1938, der den Dorfwirt, ein weiteres Wohnhaus, zwei Futterhäuser und das Schulhaus einäscherte. 

Hopfgarten im Wandel – das Zwanzigste Jahrhundert
Weniger zahlreich als in St. Jakob und St. Veit wanderten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Bewohner aus Hopfgarten aus, um ihr Glück als Hausierer und später in verschiedenen Hutfabriken und anderen Unternehmungen zu finden. Ende des 19. Jahrhunderts begann in Hopfgarten der Fremdenverkehr Einkehr zu halten, der sich jedoch in bescheidenen Maßen bewegte. Im Zuge des Straßenausbaus um 1900 entstand 1907 in der Fraktion Dölach die so genannte Hohe Brücke, die die zweitälteste historische Brücke in Osttirol darstellt. Ein Jahr später entsteht im Defereggental die erste Materialseilbahn. Sie führt zum Rasnerhof in Rajach.
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, wie z. B. Straßenbauten nach Rajach, Hof und Ratzell, getätigt. Das erste Kleinkraftwerk entstand im Jahre 1921, 1921 wurde eine E-Werksgenossenschaft gegründet. Im Jahre 1951? wurde das Elektrowerk Hopfgarten nach zwei Jahren Bauzeit in Betrieb genommen.
Das bislang größte technische Bauwerk ist die 2006 fertig gestellte Erlachgalerie (1,1 km Länge). 

Literaturhinweise:
R. Bösel, Ein Bergdorf berichtet. Geschichte und Geschichten aus Hopfgarten i. D., Berlin 1993.
M. Huber, Die Pfarrkirche zum Heiligen Johannes von Nepomuk in Hopfgarten in Defereggen. Mit Beiträgen von M. Tönig und P. A. M. Pötscher (Deferegger Kostbarkeiten Bd. 7), St. Veit in Defereggen 2006. 
H. Kröll – G. Stemberger, Defereggen. Eine Landschaft in Tirol, Wien 1985.
M. Pizzinini, Osttirol (Österreichische Kunstmonographie, Bd. 7), Salzburg 1974, S. ? 
Th. Tönig, Ereignisse in Hopfgarten i. D. im 19. Jahrundert, Osttiroler Bote 8. 12. 1983, S. 30f. und 15. 12. 1983, S. 30f.
Th. Tönig, Gemeindechronik weckt Erinnerungen, Osttiroler Bote 3. 1. 1985, S. 38f.